WETTERVORHERSAGE
Die Grundlage für die Wettervorhersage ist die genaue Analyse des
aktuellen Wetterzustandes
anhand von Wetterkarten. In der Bodenwetterkarte wird das Druckfeld durch
den Isobarenver-
lauf dargestellt; man erkennt Tief- und Hochdruckgebiete. Ähnlich kann
das Temperaturfeld durch
Abgrenzung der Luftmassen bzw. durch Einzeichnen der Fronten analysiert
werden. Daraus ergibt
sich ein Überblick über die Verteilung der Warm- und Kaltluftmassen. In
den Höhenkarten, in die
Meßergebnisse der Radiosonden eingetragen
sind, erfolgt die Analyse durch die topografische Dar-
stellung bestimmter Druckflächen; z.B. werden
Höhenlinien der 500-hPa-Fläche eingezeichnet. So
läßt sich die Wetterwirksamkeit von
Höhentief und Höhentrog abschätzen. Der nächste Schritt ist,
aus der analysierten Wetterkarte die Änderungen derselben für einen
bestimmten Vorhersagezeit-
raum zu prognostizieren, also eine
"Vorhersagekarte" zu konstruieren. Steht die Verlagerung der
Tief- u. Hochdruckgebiete sowie der Fronten fest, kann man als zweiten
Schritt die eigentliche Wetter-
vorhersage für einen bestimmten Ort oder für ein bestimmtes Gebiet
abfassen. Erfolgte früher die
Vorhersage der Druckverteilung halbempirisch nach sog. "Synoptischen
Regeln", werden seit etwa
den fünfziger Jahren im zunehmenden Ausmaß die Änderungen der
meteorologischen Feldgrößen
(Druck, Temperatur, etc.) mit Hilfe mathematischer Gleichungen
vorausberechnet (umgangssprach-
lich als "Computervorhersage"
bezeichnet). Sie beruhen auf physikalischen Gesetzen, die die Prozesse
und Abläufe in der Atmosphäre bestimmen. Die Lösung dieser äußerst
komplizierten Gleichungen ist
erst durch Einsatz elektronischer Großrechenanlagen innerhalb einer
brauchbaren Zeitspanne mög-
lich